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La semana pasada nos
aventuramos a un lugar
que ya a primera vista nos infun-
dó una sensación de asombro y
estupefacción – la catedral monu-
mental de St Pere, sentada como
una majestuosa leona de piedra
entre las casas elegantes del cen-
tro de Vic, una alegre ciudad lle-
na de estudiantes.
Pero no sólo es el exterior neo-
clásico de la catedral, que data
del siglo XVIII, sino también el in-
terior artístico que le da su aire
único, una vez que se cierren las
masivas puertas forjadas y se di-
funda el aroma de incienso. Fue
el pintor Josep Maria Sert quien
en el siglo XVII creó las obras fa-
mosas que hasta hoy en día ro-
dean el visitante y que llenan la
catedral con una vivacidad que
raramente se encuentra en otras
iglesias. Sus pinturas parecen fo-
tografías de tamaño natural que
enseñan el camino a la salvación,
a veces oscuro, a veces ilumina-
do por juegos de luz. Una obra
fascinante.
La construcción original de la ca-
tedral data del siglo XI, pero de
ella sólo se han conservado la
cripta y el campanario que ahora
Wir haben uns ver-
gangene Woche an ei-
nen Ort gewagt, an dem wir uns
schon beim bloßen Anblick in
einen Kokon aus Ehrfurcht und
Sprachlosigkeit haben einspin-
nen lassen - die monumentale
Kathedrale von St Pere inmit-
ten der lebendigen und bun-
ten Studentenstadt Vic scheint
zwischen den eleganten Häu-
sern zu sitzen, wie ein herrschaft-
licher, steinerner Löwe.
Doch es ist nicht die äußere Er-
scheinung, die dem aus dem
18. Jahrhundert stammenden,
klassizistischen Gemäuer eine
so einzigartige und beeindruc-
kende Aura verleiht - man hat das
Gefühl, sich in eine Kunstgalerie
verirrt zu haben, sobald sich die
schweren, schmiedeeisernen
Tore schließen und der Duft von
Weihrauch alles umfängt. Josep
Maria Sert ist der Name des
Malers, dessen berühmte Wer-
ke aus dem 17. Jahrhundert die
Besucher augenblicklich umrin-
gen und der alten Kathedrale auf
diese Weise eine Lebendigkeit
einzuhauchen scheinen, der man
in gewöhnlichen Kirchen eher
selten begegnet. Die Bildnisse
Last week, we went to a place,
which filled us with awe and
speechlessness merely from seeing
- the monumental Cathedral of St
Pere, heart of the lively and color-
ful student town Vic seems to sit
between the elegant houses like a
stately lion .
But it‘s not only the outer appea-
rance of this neo - classical church
of the 18th century, which bestows
it with such a unique and impressive
aura - once the heavy, wrought - iron
gates are closed behind you, you
feel like being lost in an art gallery.
Josep Maria Sert is the name of
the painter, whose famous works
from the 17th century instantly sur-
round the visitor and breathe new
life into the cathedral, a phenome-
non, which is rarely found in ordi-
nary churches.
The paintings, which show the path
of salvation, look like photographys
- some of them are dark , some of
them are illuminated by subdued
light and the fact that every single
detail has been created by the
hand of the artist, makes them even
more fascinating.
The building itself, fromwhose origi-
nal construction of the 11th century
is only the crypt and the bell tower
muten wie lebensgroße Fotogra-
fien an, auf denen der Weg zur
Erlösung dargestellt ist - mal sind
sie düster, mal durch Lichtspiele
erhellt und die Tatsache, dass
jedes einzelne Detail in ihnen
der schöpferischen Hand des
Künstlers entsprungen ist, macht
sie umso faszinierender.
Doch auch das Bauwerk an
sich, von dessen ursprünglicher
Konstruktion aus dem 11. Jah-
rhundert nur noch die Krypta
und der Glockenturm erhalten
geblieben ist, trägt zu der ein-
drucksvollen Komposition bei.
Steinerne Fresken und feinste
Ornamente lassen das Betrach-
ten der Wände zu einem krea-
tiven Streifzug werden - am Ende
des Tages wird man ein Stechen
imNacken verspüren vom vielen
Nachobenschauen. Umso bes-
ser, dass es nicht schwer fällt sich
von demAnblick des Herzstückes
der Kirche, jenem prunkvollen,
goldenen Altar, anziehen zu
lassen und sich einen flüchtigen
Moment ganz der erhabenen
Atmosphäre hinzugeben. Vers-
tändlicherweise konnte sich Jo-
sep Maria Sert scheinbar nie
ganz von diesem Ort losreißen
La Catedral de St Pere de Vic
HANNAH SCHRAVEN