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Dreiviertel aller Vögel un-
serer Welt sind Zugvögel.
Manche ziehen sehr weit,
andere nur kurze Strecken. Viele
von denen, die weiter nördlich z.
B. in Deutschland oder Skandina-
vien starten, machen bei uns in Ka-
talonien Station. Und viele unserer
Störche überwintern hier – in den
Aiguamolls. Für viele Zugvögel geht
es aus dem Norden in westlicher
Richtung über die Pyrenäen, also
über uns hinweg, Spanien, Gibral-
tar und das westliche Mittelmeer,
andere wählen die östliche Route
über den Nahen Osten. Einige der
größeren Vögel wie Weißstorch,
Flamingo und Kranich fliegen bei
Tag. Auf diese Weise nutzen sie
die Thermik. Schlaue Kerlchen! Das
hilft, wenn man nicht gerade zu den
Leichtgewichten gehört. Viele klei-
nere Vögel ziehen bei Nacht.
Wie gut, dass es auch sesshafte Vö-
gel gibt, Standvögel, und dass nicht
alle fortfliegen. Bei uns bleiben ei-
nige Meisenarten, der Sperling na-
türlich, Rotkehlchen, Rotschwanz,
Amseln, Grünfinken, auch Enten
wie die Stockente, Höckerschwä-
ne und viele andere mehr. Es wird
also kein allzu trister Winter. Den-
noch freue ich mich jetzt schon auf
das nächste Frühjahr, darauf, dass
vielleicht schon im späten Februar
die Amseln hoch in den Bäumen ihr
melodiöses Morgen- und Abend-
lied trällern, die Grünfinken ihr ein-
töniges Twiet-twiet von sich geben
und die Meisen mit ihrem zarten
Gesang dem Winter den Garaus
machen. Dann werde ich darauf
warten, dass auch unsere Zugvögel
zurückkehren, vor allem die von mir
so geliebten Bienenfresser.
Maren Wulf
Schriftstellerin und Naturfotografin
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Studium Amerikanische &
Englische Literatur sowie
Biologie in Kiel und Berlin
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Ausbildung zur Fotografin
in Cape Town
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Ausstellungen von Naturfotos
in Berlin u.a. deutschen Städten
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Veröffentlichte Romane
im Süden Afrikas spielend:
«Der hölzerne Leopard»,
«Der Schmerzfresser,
Eine Liebe in Kapstadt»,
«Im Auge der Löwin»,
«Spuren des alten Pavians»
Zu beziehen unter:
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Bienenfresser