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Wir begleiteten Boris und eine Gruppe der Tauchschule Poseidon auf der Bootsfahrt zu einem der schönsten Tauchplätze am Cap de Creus.
Schon auf der Tauchbase schwärmten Boris Eltern Barbara und Bernd Mörker - Leiter der Tauchschule Poseidon auch von der Überwasserwelt am Punta Falconera und Cap Norfeu. Sie beschrieben uns Felsgebilde, die an Katze, Hexe und Nixe erinnern. Sie erzählten natürlich auch von der einmaligen Farbenpracht der Unterwasserwelt. Bernd steht kurz vor seinem achttausendsten Tauchgang und hat somit insgesamt gesehen schon mehr als 4 Jahre unter Wasser gelebt. Er dokumentiert das Unterwasserparadies oft mit der Kamera. Da wir nicht selbst vor hatten abzutauchen, stellte er uns sein Unterwasserfotoarchiv für diesen Artikel zur Verfügung.
Bis das Boot startklar und mit allen Tauchern und Tauchutensilien beladen ablegen konnte, verging noch eine Weile, und wir hatten Zeit zum Plaudern.
Der Tag war ideal für eine Bootsfahrt. Es wehte leicht der Tramuntana. Die Luft war blank gefegt. Türkisblau und wellenlos lag die Bucht von Roses unter der Julisonne. Wir legten ab und tuckerten gemächlich an Roses vorbei. Nach kurzer Zeit erreichten wir den Punta Falconera. Hier sind die einzigen Bauwerke alte Bunkeranlagen aus Naturstein. Die ehemalige Militärzone verhinderte vor Jahren die Ausdehnung der Betonburgen. So liegt das Ufer heute grün, felsig und unberührt am Meer. Es existieren Pläne, hier eine meeresbiologische Studienzone für vom Aussterben bedrohte Pflanzen und Meerestiere einzurichten. Ein stillgelegter Marmorsteinbruch zieht an uns vorbei. Möwen schreien, und wir genießen den Landblick vom Meer. Später machen wir an einer der gelben Tauchbojen fest. Von unseren Begleitern sieht man bald nur noch Luftblasen. Das Meer lockt blau glitzernd. Wir bleiben an Bord, und Boris erzählt uns mehr über den Naturschutz und den sanften Umgang professioneller Tauchschulen mit der Unterwasserwelt. Ehrensache ist, dass unten bleibt was unten ist, es sei denn, es handelt sich um leere Coladosen oder anderen Müll. Viele Tauchschulen haben sich heute zu der Vereinigung Costa Brava Sub (www.costabravasub.com) zusammen geschlossen und gemeinsam Regeln und Statuten für Sicherheit und Umweltschutz ausgearbeitet. Auch hilft man Ehrensache den Fischern beim Befreien verhakter Netze und arbeitet mit Meeresbiologen zusammen.
Die gelben Bojen zum Anlegen der Tauchschulboote vor den Tauchrevieren sind eine große Errungenschaft für den Schutz der Unterwasserwelt. Sie wurden zu 50 Prozent vom internationalen Tauchverband Padi gesponsert. Momentan versucht man auch für Privatboote Anlegebojen zu finanzieren. Durch unkontrolliertes Ankern wird oftmals die Unterwasserwelt beschädigt.
Wir klettern in das Schlauchboot und fahren ein wenig näher ans Ufer. Hier entdecken wir den Katzenfelsen und begrüßen eine Möwe. Das Boot schaukelt sanft auf den Wellen, und der Tag fühlt sich ein wenig nach Urlaub an. Der Wind zaust hoch oben eine kleine Wolke in Streifen. Knorrig ducken sich Pinien am Felsen. Das Wasser umspült kühl die Hand. Ein Ausflugsboot schwimmt an uns vorbei und wirbelt das Meer auf. Wir kehren zum Tauchboot zurück, und schon bald steigt auch der erste Taucher wieder an Bord. Einige aus der Gruppe auf dem Boot kommen bereits seit vielen Jahren zum Tauchen an die Costa Brava. Die Tauchschule Poseidon besteht seit 25 Jahren. Früher hat man oft mit den Fischern von Roses zusammen gesessen, erzählt uns Boris. Von ihnen lernten die Taucher viel über die Gesetze des Meeres und der Gezeiten. Die Fischer waren es auch, die den Tauchern die schönsten Unterwasserplätze zeigten. Oft saß man gemeinsam beim Wein, und jeder erklärte seine Welt. Heute ist leider viel dieser Romantik und Intimität im Kampf um Tourismus und Geld auf der Strecke geblieben.
Viele Taucher der ersten Stunde kommen immer wieder gern an die Costa Brava. Die Tauchqualität hier wird sehr geschätzt. Das klare Wasser mit guten Sichtverhältnissen, die Vielfalt der Farben unter Wasser und die Möglichkeiten von Flach bis Tief, gute Infrastrukturen und Schulungsangebote sind nur einige der Argumente für den Tauchsport an dieser Küste.
Wer mehr darüber wissen will, dem sei das Buch Tauchreviere der Welt, Costa Brava von Paul W. Munzinger empfohlen.
Inzwischen sind alle wieder aufgetaucht, und es werden begeistert Unterwassererlebnisse ausgetauscht. Wir verabschieden uns an der Mole von Santa Margarita und beschließen als alte Landratten, uns das ganze Gebiet noch vom Ufer aus zu betrachten. Wir stärken uns in Roses mit einem café con leche. Anschließend fahren wir in Richtung Cala Montjoi und El Buli rechts den Berg hinauf.
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