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Naturpark mit Meerblick
Idyllische Aussichten zwischen Roses und der Cala Joncols
Wir schrauben uns mit dem Auto die schmale Straße in die Berghänge über Roses. Schon bald wird die Fahrt mit einem Panoramablick über den Golf de Roses belohnt. Der Tramuntana schafft Bilderbuchfarben: tiefblaues Wasser, goldene Wiesen, silberne Felsen und strahlend grüne Pinien lassen fast surreale Landschaftsbilder entstehen.
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Rechts liegt einsam eine verfallene Masia. Die Weinstöcke rings um die Ruine sind neu angepflanzt. Das gesamte Land gehört zur Bodega Espelt. Wir halten ein Stück weiter an einem Feldweg und schauen in die Tiefe. Noch sind die letzten weißen Häuser von den Ausläufern von Roses zu sehen. Bougainvillae leuchtet violett an den Mauern.
Die Fernsicht ist brillant. Selbst Empuriabrava scheint heute zum Greifen nah. Weiter geht es vorbei am Mas de la Torre del Sastre. Der Efeu bewachsene Turm und die Lage hoch oben über dem Meer ist das Nonplusultra dieses Anwesens. Früher flüchtete man hierhin vor Piraten.
Ab und an parken jetzt ein paar Autos am Straßenrand. An solchen Stellen schlängelt sich meist ein Weg tief nach unten in eine kleine Badebucht. Die Kletterpartie in die Tiefe wagen nicht alle. So schwimmt man zwischen den Felsen im klarem Wasser manchmal für sich allein.
Zwei Mountainbiker kraxeln am Berg. Wir halten hoch über der Cala Murtra. Von hier überblickt man die Cala Rostella bis hin zur Cala Montjoi. Unter uns schaukeln spielzeuggroß die Boote. Ein paar Badende weit unter uns sind Ameisen im Mitteleer. Schwarzgrau schrofft der Felsen in die ruhige See. Das Wasser hat türkis- und ultramarinblaue Schattierungen und glitzert verheißend. In der Cala Montjoi leuchtet weiß das Restaurant El Bulli. Wir wollen endlich auch ins kühle Nass springen und fahren hinunter zum Parkplatz der Cala Montjoi. Der Strand besteht hier aus glatt gespülten Marmor- und Schiefersteinen. Der wenige Sand dazwischen ist grau. Dafür lockt das Wasser kristallklar zum Tauchen und Schwimmen. Die Jungs und Mädels von der Tauchbase verlassen gerade mit dem Schlauchboot das Ufer und begeben sich auf zu neuen Unterwasserabenteuern. Einige Segelyachten liegen vor Anker. Vom Feriendorf hämmert der Beat einer Aerobic-Truppe herüber. Im Café sind noch Tische frei, und auch am Strand ist genügend Platz zum Sonnen. Auf Kiesel ist man nicht so weich gebettet. Im Restaurant El Bulli rüstet man sich langsam für den Ansturm der Gourmets am Abend. Das Restaurant der Extraklasse gilt nicht nur als das beste an der Costa Brava, sondern zählt auch international zu den renommiertesten bei Liebhabern der Experimentalküche. Die Gäste kommen von weit her, um in der malerischen Umgebung der ruhigen Bucht die ausgefallenen Kreationen des Meisterkochs Ferran Adrià zu genießen. Den Testessern von Michelin war das Menü im El Bulli drei Sterne wert. Entsprechend sind natürlich die Preise. Schon lang im voraus muss man hier reservieren. Ferran Adrià gilt als der innovativste, der kreativste und zugleich verrückteste Koch der Welt.
Nach einem kurzen belebenden Bad in den Fluten fahren wir weiter zur Cala Joncols. Die Straße ist jetzt ein abenteuerlicher nur von Felsen befestigter Weg über Wurzeln, Steine und Staub. Ab und an halten wir den Atem an und hoffen, dass wir heil ankommen. Ein Jeep wäre jetzt angemessen. Brav schafft es aber auch unser Modell. In den Bäumen zirpen laut die Grillen. Eine Monsterheuschrecke springt uns durchs offene Dach. Wir halten an, um ihr die Freiheit zurück zu geben.
Immer wieder neu fasziniert uns die Landschaft. Das Grün der Pinien vor dem Türkis des Wassers, die erdigen Schattierungen der Felsen in Goldocker, Silbergrau und Schwarzblau, das Weiß der einzelnen Häuser und Yachten ... hier ist der Garden Eden. Kreuzende Segel- und Motoryachten malen weiße Schaumlinien ins Meer. Ein aufgestöbertes Rebhuhn flieht ins Dickicht. In der Cala Pelosa stehen silbrige Eukalyptusbäume am Ufer.
Wir fahren über das Cap Norfeu langsam hinab zur Cala Joncols. Tief eingeschnitten zwischen rauen, zerklüfteten Granitklippen und einer spärlich bewachsenen Landschaft liegt die Bucht in ihrer wilden Schönheit. Hier gibt es ein Strandrestaurant, einen Campingplatz, eine Tauchschule und ein Familienhotel. Üppig blühen die Hortensien. Violett leuchtet die Bougainvillae. Kakteen und Agaven trotzen der Sonne. Wir wollen unbedingt noch etwas schwimmen. Vorsichtig staksen wir über die Kiesel. Weich und kühl umschmeichelt uns das Nass. Das Meer gleicht einem großen klaren Bergsee mit unendlicher Weite. Anschließend trinken wir an der Strandbar einen Café und genießen den Blick aufs Meer. Die Bucht ist friedlich, und ein Urlaub hier im Hotel verspricht Erholung pur. Langsam wird es spät. Wir packen wehmütig die Badesachen ein. Hoffentlich überstehen wir den steinigen Rückweg. Die grobe Schotter-Steinpiste stellt Achsengestänge und Autoreifen erneut auf eine harte Probe. Die Schüttelpartie der Extraklasse überstehen wir Gott sei dank heil. Bald erreichen wir wieder festen Asphalt, und die Bucht von Roses liegt vor uns in der Abendsonne wie ein riesiger stiller See.
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