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Die Fischversteigerung in Roses
Spezialitäten aus dem Mittelmeer
Die Fischversteigerung im Hafen von Roses interessierte uns schon lange. Wir hatten viel darüber gehört und waren neugierig, wie das Ganze funktioniert. Harry - Chef des Restaurants Die Insel und Profi für den Qualitätseinkauf von Edelfischen und frischen Meeresfrüchten - lud uns ein, ihn in den Fischereihafen zur Versteigerung zu begleiten.
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Wir trafen uns um 17.00 Uhr am Fischerhafen in Roses. Die ersten Fischkutter hatten bereits angelegt und es herrschte reges Treiben. Da die Sonne noch heiß vom Himmel brannte, war Eile beim Ausladen der eisbedeckten tagesfrischen Beute angesagt. Schnell wurden die Karren mit den Fischkisten in die kühle Versteigerungshalle transportiert. Wir folgten einem der Wagen. Die Fischkisten kamen sortiert auf ein Förderband und liefen über eine Wage weiter in die Versteigerungshalle. Wir nahmen die Kamera in den Anschlag und wurden sofort lautstark zurück gepfiffen. Ein Fischer erklärte uns, wir sollten warten, bis er seine Prachtexemplare in die Wagschale wirft, ein anderer machte deutlich, das Fotografieren generell nicht erwünscht sei. Gott sei Dank war ja Harry dabei. Er beruhigte den kleinen Aufruhr und besorgte uns die offizielle Fotoerlaubnis in der Chefetage. Jetzt durften wir auch durch die Absperrung in die Versteigerungshalle.
Auf steilem Rang saßen die Einkäufer und boten für die Sorten ihrer Wahl. An der Anzeigetafel stand, welches Boot gerade seinen Fang über das Fließband schickte, wie viel Kilo von welcher Sorte und die Preisvorstellung dazu. Wie so üblich, bestimmte dann die Nachfrage den reellen Verkaufspreis. Die Preisdifferenzen bei vielen Produkten erstaunten uns. Auf eine Kiste Babytintenfische zum Kilopreis von 35 Euro folgte kurze Zeit später eine Kiste mit für uns scheinbar ähnlichem Inhalt für 6,50 das Kilo. Hier musste man schon sehr gut Bescheid wissen, um richtig mitbieten zu können. Bei der Versteigerung dürfen eh nur Profis mitspielen, und wir bekamen von Harry einige Unterschiede und Delikatessen erklärt. Er hatte seine Einkäufer in den Reihen vor uns sitzen und somit kurz Zeit, mit uns zu plaudern. Wer sich auskennt, der weiß, wo welches Boot fischt, so erfuhren wir. Die Regionen und Fangtiefen sind Qualitätsmerkmale für Fische und Meerestiere. Generell gilt: da wo die meisten Strömungen und kälteres Wasser ist, haben Fische und Meerestiere geschmackvolleres festeres Fleisch. So erzielen Fänge vom Cap Creus auch höhere Preise als die direkt vor der Küste im Golf de Roses gefischten. Auch soll an Leinen und Haken in den Tiefen des Meeres gefangener Fisch geschmacklich besser auf den Teller kommen, als in großen Netzen eingesammelter. Die Gambas de Roses gelten weithin als besonders delikat. Harry hatte bereits zwei große Kisten davon geordert, jetzt kamen die Seegurken an die Reihe. Diese machen zwar im Haufen optisch nicht viel her, gelten aber als absolute Meeres-Delikatesse. So etwas hat natürlich seinen Preis. Der liegt auch im Direkteinkauf bei satten 110 bis 150 Euro pro Kilo je nach Angebot und Nachfrage. Die lecker roten Gambas de Roses kosten ebenfalls zwischen 60 und 80 Euro pro Kilo ab Hafen und sind nicht mit gezüchteten Supermarktofertas zu vergleichen.

Wir ließen die Einkäufer ohne uns weiter steigern und folgten Harry zu den Gambafischern und ihrem Boot. Wir wollten gern noch ein Foto von ihnen für unsere Reportage. Harry kennt viele der Fischer persönlich und immer wieder blieben wir auf einen kurzes ¡Hola!, ¿Qué tal? bei dem einen oder anderen stehen. Die Gambafischer baten uns auf ihr Boot und präsentierten dem Fotografen ihre Schätze. Harry hielt eine Kiste für uns in die Linse. Dann wurde aber schnell wieder Eis auf die teure Beute geworfen, und wir liefen zum nächsten Kahn.
Ein alter Fischer war dabei die Seile zu flicken, und Harry begrüßte auch ihn wie einen alten Freund. Wir durften ein Foto schießen und bedankten uns herzlich, auch bei Harry - der jetzt schnell mit seinen Einkäufen zurück in die Küche wollte. Schon bald kamen die ersten Gäste, um die eben erstandenen Meeresprodukte edel zubereitet zu genießen.
Die Rückkehr der Fischerbote zur Fischversteigerung und das Abladen der Fänge, ist jeden Nachmittag ab 17.00 Uhr ein malerisches Schauspiel, das viele Besucher anlockt.
Gambas aus der Bahia de Roses sind weithin bei Gourmets bekannt als besonders schmackhaft.
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