Ruta Romànica - Auf den Spuren der Romanik

Romanische Kirchen, verschlafene Dörfer, grüne Landschaften

Wir folgen der Ausschilderung „Beuda“ und biegen auf der Staße von Figueres nach Besalú kurz vor Besalú rechts von der Hauptstraße ab. Hier beginnt die „Ruta Romànica“, und schon nach kurzer Zeit taucht die erste kleine Kirche auf einer Bergwiese auf: Sant Pere de Lligordà ist eine Romanische Kirche aus dem XII. Jahrhundert. Das Haus neben der Kirche – die Rectoria (das Pfarrhaus) ist neu saniert und bewohnt. Neben dem Gemüsegarten spielen Kinder. Von hier aus hat man einen schönen Blick ins Tal und auf die gegenüberliegenden Berghänge mit einzelnen großen Masias. Von hier aus beginnen beschilderte Wanderwege zu den weiteren Kirchen. Unser Schuhwerk ist falsch, die Zeit schon weit fortgeschritten und die Kameraausrüstung drückt schwer auf der Schulter. Wir fahren zum nächsten Ziel. Ein schmales Sträßchen nach links den Berg hinauf und landen vor der Kirche Santa Maria de Palera - einem schlichten romanischen Kirchen-Bauwerk, das ebenfalls aus dem XII. Jahrhundert stammt. Der Ort scheint verwunschen. Der parkähnliche, verwilderte Kirchgarten lädt ein zum Picknick. Zypressen wiegen sich im Wind, alte Olivenbäume stehen zwischen weinbewachsenen Mauern, terrassenstufig verliert sich die Rosmarin bewachsene Wiese im Dickicht der Natur. Irgendwann war im Haus nebenan eine Wirtschaft. Ein rostiges Schild erzählt davon. Vögel zwitschern im Geäst. Wir finden eine Lücke im Mauerwerk, um den Pfarrgarten und entdecken ein verfallendes schönes Haus im Dornröschenschlaf. Mit Geld, Geduld und viel Arbeit ließe es sich zu neuem Leben erwecken. Momentan ist es Partyhütte der Dorfjugend. Die Kirche ist verschlossen, und wir fahren zurück, weiter in Richtung Beuda.
Vor dem kleinen Ort Sant Feliu de Beuda mit Romanischer Kirche aus dem XI. Jahrhundert thront inmitten von grünen Wiesen das kleine trutzige Schloss „Castell nou“ in Beuda. Wir beneiden kurz den Schlossherrn um seine Immobilie, bewundern Lage, Aussicht und Ambiente und fahren weiter zum Dorf. Hier herrscht rege Betriebsamkeit. Das Dorfrestaurant ist restlos überfüllt mit Wochenendausflüglern und Quadfahrern. Es scheint gut und preiswert. Wir verzichten und umrunden die Kirche und die drei Häuser des Dorfes. Das Ajuntament scheint überdimensional groß. Später erfahren wir, dass sich die Gemeinde von den südlichen Berghängen bis hin zum Fluvià-Tal erstreckt und aus landestypischen katalanischen Bauernhöfen besteht.
Die herrliche Umgebung
lässt uns auf der Rückfahrt erneut in Verzückung geraten. Vollkommen scheint hier die natürliche Harmonie von Landschaft, Flora und Fauna, gekrönt von stolzer, religiös-mittelalterlicher Architektur.
In dieser Region befinden sich auch die wichtigsten Bauernhöfe Kataloniens - des 18. und 19. Jahrhunderts. Sehr beeindruckend sind so die Bauernhöfe von Falgars, die soliden Häuser von La Masó, Can Maholà, Mas Salvanera, Can Oliveres... Zu Fuß, per Mountainbike oder Jeep lässt sich in dieser Region sicher noch einiges entdecken.
Für heute haben wir genug gesehen und fahren mit einem Kopf voller Bilder und Texte zurück nach Hause.