>> “Es grünt so grün, wenn Spaniens Blüten blühen!“

Girona – Temps de Flors - Zeit der Blumen
Jedes Jahr im Mai findet in Girona die Blumenausstellung in Gassen, Museen, Innenhöfen und
historischen Gebäuden des alten Stadtkerns viel Beachtung. Man begrüßt den ersehnten Frühling und die Gäste der Stadt. Leider spielte in diesem Jahr das Wetter den einen oder anderen Streich.



Getreu nach dem Sprichwort "Alles neu macht der Mai" schmückt sich Girona seit über 50 Jahren im Mai mit Blütenkunst. Die Gironaer und ihre Gäste aus aller Herren Länder erliegen jedes Jahr von neuem dem Sinnesrausch der Farbenpracht. Seit 1952 kreieren die Einwohner sowie regionale und internationale Künstler, Designer und Architekten Blütentrauminstallationen in der Stadt. Blumen sind Balsam für die Seele, so sagt man in Girona. In unserer schnelllebigen Zeit der Konsumorientierung ergibt sich eine Stadt für eine kurze Weile der Langsamkeit: man spaziert nicht einfach im Schatten der Bogengänge, Hinterhöfe, Gassen und Plätze des Barri Vell – man flaniert und lässt sich treiben. Neugierig streift der Blick Fenster und Türen, entdeckt liebevoll arrangierte Kleinigkeiten und bezaubernde florale Installationen. Ein Spaziergang der Fantasie. Es ist eine Zeit der offenen Türen. Private Pforten, Terrassen, Balkone, Gärten und Paläste laden ein zum Verweilen. Es blüht und grünt überall. Eine Stadt im Zauber von Duft und Farbe im Taumel einer Fiesta der Fantasie - eine Ode an das Leben. Die floristische Märchenwelt findet man überall - in Patios, Museen, der Universität, im Kreuzgang der Kathedrale auf Fensterbänken und Gewölben. Das Blumenfest ist inzwischen weit über die Grenzen von Katalonien hinaus bekannt.
So entdecken wir Girona - eine Stadt mit tausendjähriger Geschichte und interessanten Spuren der Zeit mit neuen Augen.
Die Kathedrale - ein Wahrzeichen der Stadt und gotischer Baukunst - dominiert weithin sichtbar das Stadtbild von Girona.
Sie besitzt mit fast 23 Metern das breiteste gotische Kirchenschiff der Welt. Gebaut wurde an dem Gotteshaus seit dem 11. Jahrhundert, doch erst im 17. Jahrhundert konnte es fertig gestellt werden. In den letzten Jahren wurde viel Restaurierungsarbeit an dem Baudenkmal geleistet. Von den romanischen Ursprüngen zeugt der Kreuzgang.
Das dazu gehörende Museum mit dem Schöpfungsteppich und dem Beatus und die Stadtmauer, die den historischen Kern des alten Girona umgibt, sind einmalig in ganz Europa. Vor dem Dom erstreckt sich eine gewaltige barocke Treppe. Am unteren Ende der 90 Stufen liegt die Carrer de la Força ("Straße der Stärke").
Zu beiden Seiten der Carrer de la Força tut sich das alte Judenviertel der "Barri Vell" auf, auch ohne Blumenschau ein touristischer Hauptanziehungspunkt der Stadt.
Jetzt beeindrucken Blüten in Treppenhäusern, mischen sich Duft und Farben zu einem ganz besonderem Flair.
Wir setzen unseren Flaniergang fort und erreichen die Carrer dels Ciutadans, einst bevorzugter Wohnsitz des Gironaer Großbürgertums. Heute sind die prächtigen Herrenhäuser in architektonisch interessanter Gestaltung ebenfalls im Blütenrausch. Auf der Rambla de la Llibertat, die sich als ein prächtiger Boulevard für Bummel und Shopping darbietet finden sich monumentale rostige Skulpturen. Zwischen der Rambla und der Carrer dels Ciutadans, öffnet sich ein dichtes Gassengewirr, in dem wir uns verlieren, immer wieder überrascht von Blumen, Blüten, Kunst- und Blattgebilden.