Page 41 - Costa Live Magazine 2 - 2018
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Aufenthalt in Spanien und beabsichtigten weiterem Aufenthalt ihre Eintra- gung bei der zuständigen Ausländerbehörde oder Polizeikommissariat beantragen. Der Daueraufenthalt, also die Residencia, ist in den Art. 10 ff. geregelt. Danach können die zuständigen Behörden auch ein polizeili- ches Führungszeugnisses des Antragstellers verlangen, bevor die Residen- tenkarte erteilt wird. Wer als Ausländer in Spanien nicht ansässig ist, für den gilt steuerlich das Nicht-Residenten-Einkommensteuergesetz (IRNR). Vor- und Nachteile der Ansässigkeit in Spanien
Gegen Vorlage der Residentenbescheinigung erhalten Ausländer auf den Balearen und den Kanaren die gleichen Rabatte bei innerspani- schen Reisen wie spanische Inländer. Wer als Ausländer in Spanien dauerhaft ansässig ist, unterliegt hinsichtlich der Fahrerlaubnis denselben Regelungen, die für Spanien gelten. Das bedeutet, dass Fahrerlaubnis- se nur verlängert werden, wenn aufgrund einer zuvor vorgenommenen ärztlichen Untersuchung die Verkehrs- und Fahrtüchtigkeit festgestellt und dies von der zuständigen Behörde bestätigt worden ist.
Steuerliche Nachteile
Wer dauerhaft in Spanien ansässig ist, unterliegt als unbeschränkt Steu- erp ichtiger den gleichen Steuergesetzen wie spanische Inländer. Das bedeutet, dass einmal das Welteinkommen, also auch Einkommen u.a. aus dem Heimatland, der spanischen Besteuerung unterliegt, jedoch gemildert durch die Regelung des Doppelbesteuerungsabkommens. Insoweit gilt im Verhältnis Deutschland-Spanien das Prinzip der Steu- eranrechnung.
Der gewöhnliche Aufenthalt in Spanien, also die Ansässigkeit bzw. Residencia bedeutet auch, dass die Vermögensteuer für diesen Per- sonenkreis gilt. Da auch hier das sog. Weltvermögen maßgeblich ist, unterliegt auch das Vermögen in Staaten wie Deutschland, wo es noch keine Vermögenbesteuerung gibt, der spanischen Vermögensteuer. Das kann bei Begüterten zu bösen Folgen führen.
Die Residencia und das maßgebliche Erbrecht
Wer als EU-Bürger an seinem letzten gewöhnlichen Aufenthalt verstirbt, für den gilt nach der EU-Erbverordnung grundsätzlich das dortige Erb- recht. Dabei sind die Voraussetzungen einer steuerlichen Ansässigkeit mit denen des gewöhnlichen Aufenthaltes nicht unbedingt deckungsgleich. Das bedeutet, dass beim Ableben eines dauerhaft in Spanien lebenden deutschen Staatsangehörigen das recht andere spanische Erbrecht für sein Nachlassvermögen maßgeblich ist. Dies kann zu ganz erhebli- chen Nachteilen für den überlebenden Ehe- oder Lebenspartner führen. Wichtige Tipps
1. Wer zwischen Deutschland und Spanien pendelt, kann, wenn er in Deutschland unbeschränkt steuerp ichtig ist, von seinem zuständigen Finanzamt die Ausstellung einer steuerlichen Ansässigkeitsbescheinigung beantragen. Diese kann im Erbfall als Indiz dafür dienen, dass die Erb- schaft dem deutschen Erbrecht unterliegt.
2. Was die Erbsituation anbetrifft, ist der deutsche Erblasser nach der EU-Erbverordnung befugt, in testamentarischer Form anzuordnen, dass sein Nachlassvermögen seinem (deutschen) Heimatrecht unterliegt. Die hier dargestellte Situation soll nur einen allgemeinen Überblick über die Residenz in Spanien und ihre Folgen geben. Sonderregelungen gelten für Arbeitnehmer, Selbständige, Familienangehörige, Pensionäre und Studenten. Konkrete Einzelprobleme warten dagegen auf Klärung in Mandantengesprächen.
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